Hypnose

Das Wort Hypnose stammt aus dem griechischen “hypnos“  und heißt zu Deutsch: “Schlaf“. Doch handelt es sich dabei nicht wirklich um Schlaf. Sowohl die Ansprechbarkeit des Unbewussten als auch die Konzentration auf eine bestimmte Sache ist in diesem Zustand stark erhöht. In gleichem Maße ist die Kritikfähigkeit des Bewusstseins reduziert.

Bei der hypnotischen Trance befindet man sich in einem angstfreien, gelösten und entspannten Zustand. Das ist neben einer veränderten Selbstwahrnehmung mit vermehrter Phantasie sowie einem verbesserten Vorstellungsvermögen verbunden. Dabei können neben Bildern aus der Vergangenheit, Gedanken, Ideen oder Wunschbilder in Erscheinung treten, welche den betreffenden in diesem Augenblick intensiv beschäftigt. Gelegentlich kann man auch feststellen, dass das Trance-Erleben mit einer veränderten Zeitwahrnehmung verbunden ist.

In hypnotischer Trance ist die Wahrnehmung auf eine bestimmte Vorstellung gerichtet, während im normalen Bewusstseinszustand ständig verschiedene Reize bzw. Vorstellungen gleichzeitig wahrgenommen werden. Folglich wird die restliche Umgebung aus dem Auge verloren. Alle äußeren Reize werden zunehmend unwichtiger. Es ist schon im Alltag eine normale Angelegenheit, etwas “wie in Trance“ zu tun. Niemand denkt darüber nach, dass er mehrfach am Tag in “Hypnose" ist. Dazu ein paar Beispiele:

Jeden Morgen beim Erwachen befinden sie sich in einem Zustand zwischen Wachbewusstsein und Schlaf. Beim Joggen Beim Lesen eines spannenden Buches. Bei einer konzentrierten Tätigkeit.

Es gibt noch viele Beispiele an die sie sich selbst erinnern werden, wo sie unbewusst alles um sich herum, bei vollem Bewusstsein und im wachen Zustand nicht mehr wahrnehmen.

Was geschieht dann? Das Gehirn sendet dann die so genannten Alphawellen aus. Es handelt sich dabei um eine Frequenz zwischen 8 und 14 Hertz. Genau dies ist der Zustand, der auch normalerweise in der Hypnose erreicht wird. Im Bereich der Delta- und Thetawellen welche sich unter 8 Hz liegen, befinden wir uns im natürlichen Schlaf. Nur in sehr seltenen Fällen kann durch Hypnose dieser Bereich erreicht werden. Zur Lösung körperlicher bzw. seelischer Probleme kann diese Fähigkeit bei der medizinischen oder psychotherapeutischen Anwendung gezielt eingesetzt werden.

Hypnotische Trance ist mit einer Beruhigung und Harmonisierung der inneren Rhythmen verbunden. Eine ruhige, regelmäßige und langsame Atmung sowie eine ausgeglichene Herz-Kreislauf-Aktivität stellt sich ein.

Gehören auch Sie zu den Menschen, die Angst vor Hypnose haben, weil Sie befürchten das sie in der Trance Dinge sagen oder tun könnten, die ihnen peinlich oder unangenehm sind. Sie brauchen vor der Hypnose keine Angst zu haben, weil Hypnose ein vollkommen natürlicher Zustand ist, den Sie bereits täglich mehrmals erleben. Sei es beim Mitfiebern in einem spannenden Film oder sogar auf der Autobahn während einer monotonen Fahrt.

Überall gehen Sie ganz von alleine in tranceähnliche Zustände. Daher kennt Ihr Unterbewusstsein und ihr Körper bereits den Weg in die Trance. Auch in diesen erwähnten Situationen erleben Sie keinen Kontrollverlust. Sie brauchen jetzt nur noch dem Hypnotiseur zu erlauben, Sie dort hin zu begleiten und ihnen beim Erreichen ihrer Ziele zu helfen. Während Sie sich in Hypnose befinden, funktionieren alle ihre psychischen Schutzmechanismen. Ihr Verstand ist dabei hell wach und ihr Körper angenehm entspannt. Sie hören jedes Wort, welches zu ihnen gesprochen wird und können sich danach an alles erinnern. Wenn Sie wollen können Sie den Vorgang jederzeit unterbrechen.

Es ist keineswegs so, dass der Hypnotiseur Macht hat Menschen nach Belieben zu manipulieren. Er kann sie nicht einmal gegen ihren Willen hypnotisieren. Wenn Sie ihm nicht vertrauen und nicht bereit sind sich auf die Hypnose einzulassen und sich (entsprechend) fallen lassen, werden Sie nicht in Trance gehen. Bedenken Sie dabei, dass der Hypnotiseur lediglich nur dabei behilflich ist, dass Sie in den Trancezustand gelangen. Er ist sozusagen nur der Wegbereiter und trägt Sorge dafür, dass Sie sich wohl fühlen, sich entspannen und ihre Wahrnehmung mehr und mehr aufs Innere lenken.

Sie werden ihre Hemmschwelle nie überschreiten und nichts tun was sie nicht wollen. Vielfach entsteht bei einer Showhypnose der Eindruck, dass der Hypnotiseur die Macht besitzt einen Menschen in der Trance nach seinem Willen fernzusteuern. Dieses ist aber nur möglich, weil die ausgesuchten Personen dazu bereit sind und es auch wollen. Bei der Hypnoseshow sucht und findet der Hypnotiseur die Menschen, die innerlich bereit sind, ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen. Sein Ziel ist es die Zuschauer zu unterhalten und nicht als ausgebildeter und erfahrener Therapeut zu helfen.

Der Showhypnotiseur wendet bei der Auswahl der Teilnehmer psychologische Tricks an, in dem er die Macht des Gruppendrucks nutzt, um auf der Bühne den Eindruck zu erwecken als könnte er nach seinem Willen Menschen lenken und steuern. Das ist natürlich nicht der Fall. Wenn es durchführbar wäre, mit Hypnose die Entscheidung eines Menschen gegen seinen Willen zu verändern, wäre die Hypnose verboten. Es macht schon einen Unterschied ob ich an einer Showhypnose teilnehme oder eine Hypnose zur Therapie, Lebensberatung oder Coaching anwende.

„Nicht alle Menschen können hypnotisiert werden, habe ich gelesen! Bin ich vielleicht auch unhypnotisierbar?“

Viele Menschen erwarten Hilfe mit Hypnose, sind aber durch die oft verbreitete Meinung: “Es sind nicht alle Menschen hypnotisierbar“, verunsichert. Es werden dann die Begriffe: Geringsuggestibel, mittelhypnotisierbar und hochhypnotisierbar genannt. Gleichgültig wie man diese unterschiedlichen Bezeichnungen definieren oder theoretisch verstehen mag, ausschlaggebend ist das Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Hypnotiseur. Grundsätzlich geht es um die hypnotische suggestive Empfänglichkeit während einer ganz bestimmten Hypnosesitzung. Es lässt sich aus der allgemeinen Erfahrung herleiten, dass jeder einigermaßen gesunde Mensch “trancefähig“ das heißt hypnotisierbar ist.

Ohne überhaupt schon einmal einen Hypnotiseur konsultiert zu haben, waren auch Sie sicherlich schon unzählige Male in einem tranceähnlichen Zustand wie z.B. beim Lesen eines spannenden Buches oder vor dem Fernseher beim Betrachten eines ergreifenden Filmes. Sie befanden sich dann in einer Ihnen dort aufgezeichneten anderen Welt und haben Ihr eigenes Umfeld für eine bestimmte Zeit nicht wahrgenommen.

Sollten Sie aufgrund Ihrer Intelligenz und Ihres starken Willens der Meinung sein, zu denen zu zählen, die nicht zu hypnotisieren sind, dann gehören Sie erfahrungsgemäß zu den Menschen, die leicht in einen Trancezustand gelangen können. Das klingt vielleicht widersprüchlich, ist es aber nicht. Der starke Wille, etwas im Leben zu verändern, neben der Fähigkeit zu vertrauen und sich fallen lassen zu können, befähigt einen Menschen dazu, tiefe Trancezustände zu erreichen.

Es ist selbstverständlich möglich, sich gegen eine "wissentlich" eingeleitete Hypnose zu wehren, indem man sich einfach den Suggestionen widersetzt. Aber wozu suche ich dann überhaupt einen Hypnotiseur auf? Das wäre vergleichbar, als wenn man mit einer Augenbinde und Ohrstöpseln ins Kino gehen würde. Nur wer wirklich etwas verändern will, kann dies gemeinsam mit dem Hypnotiseur erreichen. Je besser die Zusammenarbeit zwischen Klient und dem Hypnotiseur ist, umso erfolgreicher wird das Hypnosesetting.

(griechisch: Gott des Schlafes)

Hypnosewirkungen bei psychischen und psychosomatischen Krankheiten nehmen in der Forschung einen großen Raum ein. Aber auch in den klassisch medizinischen Bereichen, wie Behandlungen von Verbrennungen oder Vorbereitungen von Operationen und der Chirurgie, befasst man sich immer mehr mit der Anwendung der Hypnose. Außergewöhnlich schnell hat sich der Sektor zur psychologischen Beeinflussung des Immunsystems entwickelt. Ebenfalls wurden erstaunliche Ergebnisse mit der Hypnose in den letzten Jahrzehnten im Sport, im Bereich Coaching, sowie in der Gesundheitsförderung erzielt.

Die nachhaltige und rasche Wirksamkeit der Hypnose lässt vermehrt den Wunsch deutlich werden, diese Methode auch im pädagogischen als auch sozialen Bereich vermehrt einzusetzen. In den letzen Jahren hat sich eindeutig die so genannte Kombination von Hypnose mit Coaching oder auch Verhaltenstherapie etabliert. Eine Verbindung mit Familien- und Gesprächstherapie ist immer selbstverständlicher geworden.

Nützlich und erstrebenswert ist jedoch, die Distanzierung von Anwendung der Hypnose, welche lediglich der Manipulation, Unterhaltung (Showhypnose) dienen sowie von der Anwendung der Hypnose durch die sogenannten Laientherapeuten.

Aus früheren Kulturen ist bekannt, dass Hypnose bereits in China, Indien, Griechenland, in den Serapis-Tempeln in Memphis/Ägypten sowie in den Isis-Tempeln am Nil angewandt wurde. Dabei versetzten Priester Kranke in einen neun Tage andauernden, magnetischen Schlaf. Den Kranken erschien dann im Traum die Göttin Isis, welche ihm Informationen über seine Krankheiten und Tipps zum Gesundwerden lieferte.

Etwa um 1775 begann sich die Hypnose von ihrem mythisch-religiösen Hintergrund zu lösen. Ausschlaggebend in diesem Ablösungsprozess waren drei Hauptfiguren. Dr. Franz Anton Mesmer , Arzt (1734-1815, Johann Joseph Gassner, Exorzist und katholischer Priester (1727-1779) und Maximilian Heil, Jesuitenpater und Astronom (1720-1792).

In einem kleinen Dorf in der Ostschweiz begann Gassners als Landpfarrer. Er litt nach einigen Jahren unter häufigem Schwindel und Kopfschmerzen. Da er glaubte, der Teufel stecke dahinter, begann er katholische Exorzismus-Riten anzuwenden. Er hatte damit Erfolg und wandte diese Riten auch auf andere Menschen an, wodurch er ein gefragter Heiler wurde.

Zur gleichen Zeit begann auch der Jesuitenpater Maximilian Heil Kranke zu heilen indem er Stahlplatten an ihren Körper legte.

Der bayrische Kurfürst Max Joseph setzte im Herbst 1775 eine Kommission zur Untersuchung der exorzistischen Praktiken ein. Franz Anton Mesmer, der durch eine neue Energieform berühmt geworden war, befand sich u.a. auch unter den Mitgliedern. Mesmer nannte diese neue Energieform “animalischen Magnetismus“. Er war der Überzeugung und behauptete, eine ungünstige Verteilung dieses Magnetismus im menschlichen Körper bewirke alle möglichen Krankheiten und er könne das natürliche Gleichgewicht dieses Magnetismus wieder herstellen, indem er es mit seinen Händen über den Körper der Patienten streiche. Außerdem bewies Mesmer der Kommission, dass der von Gassner praktizierte Exorzismus kein Kampf gegen den Teufel sei, sondern eine wissenschaftliche Methode. Verständlicherweise schrumpfte daraufhin die Patientenzahl von Gassner, worauf natürlich die Messmer-Praxis zu florieren begann.

Am 23. Mai 1734 wurde Mesmer am deutschen Ufer des Bodensees in Iznang geboren. In Wien hatte er sein Medizinstudium abgeschlossen und eine reiche Frau geheiratet. Mit seiner magnetischen Behandlung wurde er immer bekannter und seine Partys, welche man zur damaligen Zeit “Gesellschaften“ nannte, waren sehr beliebt. Sie wurden unter anderem sogar auch von der Familie Mozart frequentiert. Allerdings wurde das idyllische Leben Mesmers arg gestört. Man wollte ihm einen Skandal im Zusammenhang mit der Heilung eines blinden Mädchens anhängen. Daraufhin wurde Mesmer als Scharlatan verschrien, worauf er Wien im Jahre 1778 verließ und in Richtung Paris eine magnetische Praxis eröffnete. Zwar machte ihn sein Erfolg sehr berühmt, wurde aber trotzdem von den Schulmedizinern noch immer nicht akzeptiert. Eine von dem französischen König Ludwig XVI im März 1780 eingesetzte Kommission, welche Mesmers Heilung untersuchen sollte, befand, dass die magnetischen Phänomene auf Einbildung beruhten, doch konnten die Heilerfolge Mesmers nicht angezweifelt werden. Trotzdem begann Mesmers Einfluss sich weiter auszudehnen. In verschiedenen französischen Städten wurden sogenannte “Harmonies“ gegründet die Mesmers Methode propagierten. Mesmers Praxis in Paris wurde durch die Französische Revolution ein Ende gesetzt. Er verlor sein Vermögen und zog wieder an den Bodensee (Frauenfeld sowie Konstanz und Meersburg. Er lebte unterstützt durch eine Rente des französischen Staates das ruhige Leben eines Pensionierten bis er im Alter von 75 Jahren von einem Schweizer Arzt namens Zugenbühl wiederentdeckt wurde. Ihm wurde eine Stelle als Direktor in einer magnetischen Klinik in Berlin angeboten. Im Hinblick auf sein hohes Alter verzichtete Mesmer darauf. Am 5. März 1815 verstarb er in seinem Haus, welches heute als Meersbuger Weinmuseum bekannt ist.

Philippe Francois Deleuze ( 1753-1835), ein Freund Puysegurs war der Entdecker der posthypnotischen Suggestion.

Jose Custodio de Faria ( 1755-1819)

Faria, ein portugiesischer Wanderpriester entdeckte, dass Mesmerismus vom Charakter des Hypnotisanden und vor allem von seinem Willen zur Zusammenarbeit abhing.

John Elliotson ( 1791-1819)

Elliotson, Chirurgie-Professor am University of London und Erfinder des Stethoskops begann Mesmerismus im Zusammenhang mit Schmerzkontrolle zu studieren, was ihn seinen Job kostete.

James Esdaille (1808-1859)

James Esdaille, ein schottischer Chirurg war verantwortlich für ein Spezial-Krankenhaus in Calcutta/Indien. Esdaille las das Buch von Elliotson und vollzog daraufhin nur mit Hypnose als einzigem Anästhetikum, mehr als tausend Operationen (Chemo-Anästhesie gibt es seit 1844). Davon waren mehr als 300 schwere Operationen, worunter auch 19 Amputationen fielen. Dabei sank die Sterblichkeitsrate bei seinen Operationen von 50 auf 5 Prozent.

Als er dann nach England zurückkehrte, nahm ihm die British Medical Association seine Lizenz weg.

James Braid ( 1795-1860)

Das Verhältnis der Hypnose begann sich nach Mesmer langsam von der “äußeren Kraft“

des Hypnotiseurs auf die “innere Kraft“ des Patienten zu verlagern. Der schottische Arzt und Chirurg James Braid, der in Manchester/England praktizierte, war einer der ersten, der den “magnetischen Schlaf“ mit inneren Prozessen des Patienten erklärte. Er war zuerst der Ansicht, dass es sich bei der Hypnose um eine Art Schlaf handelte, und nannte daher das Phänomen “Neurypnologie“ (= nervöser Schlaf). Später abgeleitet vom griechischen Gott des Schlafes “Hypnose“. Braid änderte kurz vor seinem Tod seine Meinung und erklärte Hypnose als “Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft“. Er wollte den Begriff “Hypnose“ durch “Monoideismus“ ersetzen. Doch leider war es schon zu spät, denn die Bezeichnung “Hypnose“ hatte sich schon fest etabliert.

Ambroise A. Liébault (1823-1904) und Hyppolyte Bernheim (1840-1919)

Ein bescheidener armer Arzt namens Liébault, welcher in der Nähe von Nancy/Frankreich praktizierte, begann, nachdem er Braids Buch “Neurypnology“ gelesen hatte, sich für Hypnose zu interessieren. Er begann nicht nur funktionell, sondern auch organische Störungen mit Hypnose zu behandeln. Er verzichtete bei Patienten, die sich mit Hypnose behandeln ließen auf sein Honorar, um nicht als Scharlatan betitelt zu werden.1895 behandelte Hippolyte Bernheim ein Professor am Medizinischen Institut in Nancy einen Patienten erfolglos gegen Sciatica, eine Form von Neuralgie. Der Patient ging zu Liébault, ließ sich hypnotisch behandeln und wurde sofort gesund. Bernheim war augenblicklich so fasziniert von der Hypnose, dass er sein Vorhaben, Liébault als Scharlatan zu überführen, nicht mehr umsetzte. Die beiden begannen nun gemeinsam zu arbeiten und gründeten später die Hypnose-Schule von Nancy. Die Nancy-Schule glaubte, dass Hypnose ein psychologisches Phänomen sei, dass Symptombeseitigung durch Hypnose harmlos sei.

Jean-Martin Charcot (1825-1893)

Der größte Neurologe seiner Zeit, Jean-Martin Charcot glaubte, Hypnose sei ein Pathologisches Phänomen und nur hysterische Menschen könnten hypnotisiert werden. Seine falsche Annahme basierte allerdings auf Demonstrationen eines belgischen Bühnen-Hypnotiseurs. Tatsache ist auch, dass Charcot nie jemand hypnotisiert hatte. Ein Leben lang sollte seine “Salpetrier–Schule“ mit der Nancy-Schule auf Kriegsfuß stehen. Die Nancy-Schule wurde offiziell nach dem Tod Charcots anerkannt. Hypnose basiert offiziell auf Suggestion und wurde ein effizientes Therapie-Werkzeug.

Sigmund Freud (1856-1939)

Sigmund Freud, ein Wiener Arzt und Begründer der Psychoanalyse, war der erste, der das menschliche Unterbewusstsein wissenschaftlich erforschte. Er sah das Unterbewusstsein allerdings völlig anders an, als es ein moderner Hypnotherapeut sehen würde. Für Freud war das Unterbewusstsein eine trübe Suppe von unterdrückten Sexual- und Todestrieben. Dem damaligen Hintergrund der verklemmten Wiener Gesellschaft war seine Fixierung heute verständlich. Diese seine Vorstellung war auch der Grund für viele seiner Schüler und Kollegen, sich später von ihm abzuwenden. Freud hatte bei Jean-Martin Charcot Hypnose studiert und sich auch in der Nancy-Schule aufgehalten. Er widmete sich später voll seiner Technik der freien Assoziation und ließ die Hypnose fallen. Obwohl er sich nie gegen Hypnose ausgesprochen hatte, trat diese durch Freuds enormes Prestige einen Dornröschenschlaf an. Böse Zungen behaupteten sogar, Freud habe die Hypnose fallen lassen, weil sie ihm zu schnelle Resultate gebracht hätten und dass er es vorzog, der reichen Wiener Gesellschaft die langwierige und teure Psychoanalyse zu verkaufen.

Dave Elmann

Dave Elmann unterrichtete eine längere Zeit seines Lebens Ärzte und Zahnärzte im Gebrauch von Hypnose. Sein Herangehen ist das Gegenteil von demjenigen Eriksons. Irrtümlicherweise sagte Elman, es kommt einzig und allein darauf an, ob der Klient Anweisungen befolgen kann. Eine seiner angeblich wirksamen schnellen Induktionstechniken ist sehr autoritär direkt.

Mit Elmans Technik gingen damals noch 90 Prozent seiner Versuchspersonen in eine somnambulistische Trance, was zu Elmans Lebenszeit des typischen Befehlsemfängers eher noch möglich schien.

Völlig unbewusst war es Elman seinerzeit, dass die Trance weder über Erfolg noch Nachhaltigkeit der therapeutischen Interventionen allein entscheidet.

James, Hull und Estabrooks

Aufgrund der erfolgreichen Behandlung von Shell-Shock-Opfern (posttraumatisches Stress-Syndrom) während der beiden Weltkriege sowie des Korea-Krieges, erlebte die Hypnose eine Renaissance. In diesem Zusammenhang sind zu erwähnen: William James, Clark Hull und G.A. Estabrooks. Die Britische Ärztegesellschaft anerkannte 1955 die Hypnose als wirksame Therapie. Die amerikanische Ärztegesellschaft tat es dann 1958 gleich und heute werden Hypnosekurse an allen medizinischen Instituten angeboten.

Milton Erickson (1901 – 1980)

Milton Erickson, amerikanischer Arzt und Psychiater war wohl eine der wichtigsten Figuren im Kampf um die offizielle Anerkennung der Hypnose als Therapieform. Seine Methode hat vor allem zwei hervorstehende Merkmale: Permissive Suggestion und indirekte Suggestion durch Metaphern. Allein durch Erzählen von Geschichten brachte Erikson seine Patienten dazu, in Trance zu gehen. Wie durch ein Wunder traten die gewünschten Veränderungen und Heilungen ein. Seit Erickson wissen wir, dass ein Mensch auch gegen seinen Willen in Trance gehen kann, und dass es gewisse Sprachmuster gibt, die die Trance vertiefen. Er hat die moderne Anwendung der Hypnose in der Psychotherapie mitgestaltet und stark beeinflusst. Dafür hat er eigene Erfahrungen eingebracht.

Uns Menschen stehen alle Ressourcen die wir brauchen zur Verfügung um uns zu ändern.

Ein Therapeut (Coach) unterstützt Klienten (Patienten) lediglich dabei, sich auf eigenen, geistigen Landkarten besser zurechtzufinden.

Mit der Yager-Therapie, von Dr. Edwin Yager, werden unterbewusste kognitive Fähigkeiten genutzt. Das sind z.B. Fähigkeiten, die für gewöhnlich nicht bewusst wahrgenommen werden.
Der Heilpraktiker kann mit dieser Technik die Ursache von Problemen ausfindig machen. Danach können die Probleme gelöst werden, weil nun die Ursachen aus dem Blickwinkel des jetzigen, fundierteren und reiferen Kenntnisstand betrachtet werden.
Zu dem Zeitpunkt, als die verursachenden Einflüsse entstanden sind, war das Wissen und Verständnis über die Auswirkung begrenzt. Nun kann der Heilpraktiker das gegenwärtige und reife Verständnis des Patienten/Klienten nutzen, um den Einfluss der Ursprungserfahrung positiv zu verändern oder zu beseitigen.

Ausgehend davon, dass die Menschen durch Ihre Lebenserfahrung konditioniert (geprägt) werden, können die Auswirkungen dieser Konditionierungen ein Leben lang andauern. Dadurch wurden Werte, Verhaltensweisen, Fertigkeiten und Grenzen erlernt. Wir nehmen selten bewusst war, welche Ursache einem Problem zugrunde liegt. Wer Ängste oder Phobien hat, weiß selten wieso. Warum Migräne auftritt, kann der Betroffene nicht sagen. Viele dieser Probleme sind die Folge von Konditionierung.
Viele Abläufe in unserem Körper werden durch die Psyche beeinflusst. Der Begriff „psychosomatisch“ ist vielen bekannt.
Physische Störungen mit psychogenem Ursprung wurden in meiner Praxis schon erfolgreich bei Klienten u.a. aus dem Raum Bielefeld, Gütersloh und Paderborn mit der Yager-Therapie behandelt.

Redakteur von Radio Bielefeld testet HypnoseSebastian Wiese, Redakteur von Radio Bielefeld, wollte grundsätzlich wissen wie Hypnose funktioniert, und ob er wirklich in eine Art Trance-Zustand kommt.
Am 09.05.2017 besuchte er mich mit seinem Kollegen Timo Teichler und lies sich von mir hypnotisieren.

hypnosepraxis-skradde-hompageänderungen-jan 2018

Die Hypnosesitzung wurde per Ton aufgenommen und der Bericht am 17.05.2017 auf Radio Bielefeld gesendet.Einen Zusammenschnitt dieser Aufzeichnungen, und ob der Radakteur in Trance ging, können Sie sich hier noch einmal anhören.

Mitschnitt Radio-Bielefeld vom 17.05.2017, Redakteur lässt sich hypnotisieren.